Archiv für Juni 2014

Mobiveranstaltungen: Krieg dem Krieg!

Wann: 17. Juli 2014, 19:00
Wo: 35Blumen, Blumenstraße 35, Krefeld

Hier findest Du die Übersicht über alle Mobiveranstaltungen.

Was: Ein Abend mit Vortrag und Diskussion im Vorfeld der antimilitaristischen Kampagne „Heute wie vor 100 Jahren: Krieg dem Krieg! Für Die Soziale Revolution!“ der Anarchistischen Föderation Rhein/Ruhr.

Am 28. Juli jährt sich der Beginn des ersten Weltkrieges zum hundertsten Mal, am 1. August der Eintritt von Deutschland in diesen. Bereits seit Anfang des Jahres zeigt sich ein erhöhtes mediales und gesellschaftliches Interesse am ersten Weltkrieg. Leider beschränkt sich die Berichterstattung jedoch oft auf den Verlauf des Krieges und eine oberflächliche Aufarbeitung der Ursachen. Bis heute gesellschaftlich als unbequem empfundene Ursachen für Krieg werden garnicht oder nur unzureichend diskutiert. Dabei gibt es in jedem Krieg auch Menschen, Systeme und Ideologien, die durch ihn profitieren und die daher den Ruf zu den Waffen begrüßen und unterstützen. Seien es nationalistische und chauvinistische Großmachtphantasien in Bevölkerung oder Regierung, die profitorientierte Rüstungsindustrie oder der Staat der auf das Erreichen bestimmter geopolitischer Ziele oder eine ordnende Funktion nach Innen abzielt. Im Jahr 2014 sind viele dieser Zusammenhänge noch lange nicht verschwunden, obwohl die Gesellschaft oft denken möchte, dass diese Vergangenheit unendlich weit weg ist. Heute werden diese Ziele weniger offen nach außen kommuniziert und vorsichtiger und diplomatischer dargestellt, wenn nicht gar als Entwicklungshilfe verkauft.
Natürlich dürfen die Fortschritte seit 1914 und 1939 nicht geleugnet werden, trotzdem treiben in diesen Tagen, da wir uns mit einem zunehmenden Ausbau der Kompetenzen der Bundeswehr und den massiven deutschen Waffenexporten konfrontiert sehen, die Aushängeschilder unserer ‘repräsentativen Demokratie’ den Prozess der schleichenden Militarisierung im Kontext einer geänderten Kriegsführung und im Bewusstsein um “deutsche Verantwortung” voran. Sie tun damit ihren Teil, das Ideal einer Welt ohne Militär und Krieg in noch weitere Ferne rücken Ferne zu lassen.

Militär steht mit seinen hierarchischen Strukturen und in seiner Funktion der befreiten Gesellschaft grundsätzlich entgegen. Um unsere radikalen antimilitaristischen Inhalte in den breiten öffentlichen Diskurs einzubringen haben wir uns mit verschiedenen anarchistischen Gruppen in einem Bündnis organisiert, dass ab dem ersten Augustwochenende an verschiedenen Orten in Deutschland Aktionen durchführen wird und Genoss*innen dazu aufruft sich an unseren Aktionen oder mit eigenen zu beteiligen!
Wir wollen diesen Jahrestag zum Anlass nehmen deutlich zu zeigen, dass die Grundlage für große Kriege auch heute noch in unserem System verankert ist und dass die Kriege die in einer globalisierten Gesellschaft heute stattfinden in einem größeren Zusammenhang zu unserem eigenen Leben stehen, als wir es uns als Menschen die in Mitteleuropa 2014 leben oft eingestehen möchten. Stichwörter hierzu sind der Friedensnobelpreis für die EU, die NATO und die Rolle Deutschlands in der weltweiten Kriegsführung und -ermöglichung in Form von Rüstungsexport, Logistik, Ausbildung.
Wir, als Anarchist*innen, werden weiter gegen jede Form von Militarismus, Nationalismus und Kapitalismus kämpfen. Wir wollen Aufklären und für die Thematik sensiblisieren, die Passivität ein Stück weit aufbrechen und wie immer unbequem bleiben. Wir wollen aufzeigen, dass unsere Idee von einer herrschaftsfreien Gesellschaft und unsere radikale Kritik die wichtigsten Schritte zur Vermeidung von Kriegen beinhaltet: Der Abbau von sozialen Ungleichheiten, der nach unserer Auffassung mit dem Abbau von Herrschafsstrukturen einhergehen muss. Erst wenn wir alle auf Augenhöhe miteinander unsere Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenleben aushandeln können, werden wir uns nicht mehr dazu gedrängt fühlen empfundene oder reale Benachteiligung mit Waffengewalt ausgleichen zu müssen.
Der Abbau von Kriegsgründen gelingt uns mit dem Abbau von Machtstrukturen und Abhängigkeitsverhältnissen, dem Durchbrechen von Systemen wie Ohnmacht, Angst vor Machtverlust und dem im Parlamentarismus häufig vertretenen Gefühl nicht clever genug zu sein um die Politik die uns betrifft selbst zu gestalten.

Vom 1.-3. August startet unsere Kampagne mit einem vielfältigen Wochenende in Dortmund. Mit Lesungen, Vorträgen, einer Kundgebung, Aktionen, einem Workshop uvm. wollen wir ein klares Zeichen gegen Krieg und für die Soziale Revolution setzen!

100 Jahre Erster Weltkrieg – Die Antikriegsbewegung im Ruhrgebiet

Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Clubs

Datum: 09.09.14
Uhrzeit: 19:00

Fabrik Heeder, kleiner Saal, Virchowstr. 130, Krefeld

Im Wilhelminischen Kaiserreich lag im Ruhrgebiet das größte industrielle Zentrum und die Rüstungsschmiede Deutschlands. Mit ihrem Herr-im-Haus-Standpunkt, der sich u.a. in einer ausgeprägten Betriebshierarchie ausdrückte, waren die schwerindustriellen Ruhrbarone eine treue Stütze der Monarchie. Sozialdemokratie und Gewerkschaftsbewegung hatten im Revier vor dem Ersten Weltkrieg einen schweren Stand. In dem Vortrag wird aufgezeigt, welche Positionen SPD und Gewerkschaften im Ruhrgebiet, auch am linken Niederrhein, vor und nach dem 4. August 1914 zum Krieg bezogen. Vorgestellt wird die Gruppe um die sozialdemokratische Zeitung „Der Kampf“, die sich aus der Duisburger SPD entwickelte, eine radikale Stellung gegen den Krieg bezog und über ihre Zeitung vor allem in Duisburg, Moers, Mülheim und Oberhausen verbreitete. Die ersten Aktionen gegen den Krieg gingen im Ruhrgebiet jedoch von Frauen aus, die ab Sommer 1915 gegen den Hunger protestierten. Ab 1916 setzten sich die Bergarbeiter gegen die Verschlechterung ihrer Lebenslage mit immer umfangreicheren Streiks zur Wehr. Im Laufe des Krieges kamen radikalere Forderungen hinzu. Innerhalb der freien Gewerkschaft „Bergarbeiterverband“ entstand eine Opposition gegen den Vorstand, der am „Burgfrieden“ mit Monarchie und Kapital festhielt. Von der SPD spaltete sich 1917 die USPD ab. Die Streikwellen der Bergarbeiter hatten einen nicht geringen Anteil an der Novemberrevolution 1918. In einem kleinen Ausblick werden die Auswirkungen der Antikriegsbewegung im Ruhrgebiet gestreift, die die Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet nachhaltig veränderten: Denn ihren Höhepunkt erreichten sie erst nach dem Ersten Weltkrieg mit den großen Streiks, mit denen die Bergarbeiter die Sechs-Stunden-Schicht durchsetzen konnten und die Sozialisierung des Bergbaus forderten. Ein Ergebnis dieses Radikalisierungsprozesses war die Gründung der Gewerkschaft „Union der Hand- und Kopfarbeiter“ und die Bildung der KPD. Die Klassenkämpfe wurden im Ruhrgebiet sehr entschieden ausgetragen, was sich besonders im März 1920 im Kampf gegen den Kapp-Putsch und noch 1923 während der alliierten Ruhrbesetzung zeigte.

Referent ist: Peter Berens, Historiker mit dem Schwerpunkt „Arbeiterbewegung im Ruhrgebiet in der Weimarer Zeit“ und freier Journalist.

Schwarzer Tresen am 27.06. in Witten: Umgang mit Symbolik

Sym­bo­le sind ei­gent­lich all­ge­gen­wär­tig, haben die un­ter­schied­lichs­ten For­men und exis­tie­ren fast seit An­be­ginn der Mensch­heit. So könn­te be­haup­tet wer­den, dass mensch nicht ohne sie leben kann. Da aber, wie eben der Mensch, Sym­bo­le ihre Ge­schich­te und Hin­ter­grün­de haben, ist nicht immer ein­fach mit die­sen um­zu­ge­hen. Wir wol­len euch ein­la­den mit uns über Sym­bo­le und Sym­bo­lik zu dis­ku­tie­ren. Ob wir uns nun mit der Be­deu­tung der Swas­ti­ka rum­schla­gen, uns über die Be­deu­tung der Farbe Schwarz in Bezug auf die An­ar­chis­ti­sche Be­we­gung se­nie­ren oder die These, das ge­schlech­ter­spe­zi­fi­sche Ges­ten und kör­per­li­che Hal­tun­gen als Sym­bo­lik der Ge­schlech­ter be­zeich­net wer­den kann, stimmt, steht noch offen. Ge­setzt ist je­den­falls ein all­ge­mei­ner Input über Sym­bo­le und ein war­mes Essen. Die Dis­kus­si­on, der Schwer­punkt des Abends, be­kommt ihre Dy­na­mik über eure Fra­gen und Über­le­gun­gen.

Es wird ein kos­ten­güns­ti­ges vega­nes Essen an­ge­bo­ten.

Frei­tag 27. Juni 2014 um 19:00 Uhr im Trotz Allem (Au­gus­ta­stra­ße 58) in Wit­ten

Gründungstreffen der Schwarzen Ruhr-Uni in Bochum

Aus der Einladung der Veranstalter*innen:

Über die schwar­ze Ruhr-​Uni:
Die schwar­ze Ruhr-​Uni ist eine In­itia­ti­ve zur Ver­brei­tung von an­ar­chis­ti­schen In­hal­ten und Pra­xen an der RUB. Wir haben uns bis­her zwei­mal re­la­tiv un­re­gel­mä­ßig und un­or­ga­ni­siert) ge­trof­fen und möch­ten nun ein öf­fent­li­ches Grün­dungs­tref­fen ab­hal­ten, vor allem um neuen Men­schen die Mög­lich­keit zu geben sich zu be­tei­li­gen.

Mit­ma­chen:
Wenn du dich be­tei­li­gen möch­test, komme am Frei­tag dem 27.​06 um 12.​00 Uhr zu un­se­rem Grün­dungs­tref­fen am Ein­gang von GB (Ebene 02/ In­nen­sei­te). Wir freu­en uns über jede*jeden, die*der mit uns für eine Welt ohne Herr­schaft aktiv sein möch­te. Wenn du nicht kannst, sind wir per Mail an schwarze-ruhr-uni@​riseup.​net er­reich­bar. Wir haben auch einen News­let­ter in den du dich ein­tra­gen las­sen kannst.